Rechte Strukturen in Paderborn und Umgebung

Vorab:

In den letzten Jahren hat sich in Paderborn viel getan, was rechte (d.h. in diesem Zusammenhang völkische, nationalistische, rassistische, antisemitische, islamfeindliche oder faschistische) Strukturen betrifft.

 

Seit 2013 fanden mehrere Übergriffe auf den Paderborner Infoladen statt, bei dem u.a. Scheiben zu Bruch gingen und Besucher des Infoladens mit „Sieg Heil“-Rufen „begrüßt“ und tätlich angegriffen wurden. Der letzte Angriff fand im Herbst 2017 statt und ist auf Hooliganumfeld zurückzuführen.

 

Identitäre Bewegung

Die „Identitäre Bewegung“ versucht sich nach außen als nicht rechts (-radikal) zu geben, sondern eher als Interessenbewahrer der heimischen Kultur und Identität. Schaut man sich jedoch nur die Facebook-Profile der – meist recht jungen – Menschen an, die sich auf entsprechender Seite tummeln, kommt einem schnell der Gedanke, dass diese – recht harmlos erscheinende Präsenz – nur dazu dient, mehr Menschen auf ihre Seite zu ziehen und sich im Grunde eine rechtsradikale Gesinnung hinter dieser Gruppe findet. In die Medien geriet die Gruppe in den letzten Wochen mit ihren „Trümmeraktionen“.

Ihren Sitz hatte die Identitäre Bewegung Deutschland lange Zeit in Altenbeken, zur Zeit hat die Bundesweite Organisation noch in der Sparkasse Paderborn-Detmold ihr Vereinskonto.

 

 

Domstädter

Vielen eher bekannt als rechte Hooligans, bzw. als gewaltbereite Fans des Paderborner SC. Abgesehen davon, dass es vor einigen Jahren mal Nazi-Outings gab, in denen auch beide Male Kontakte zu den Domstädtern erwähnt wurden, sind einige der Domstädter in anderen rechtsradikalen Gruppierungen aktiv. Vor allem fallen sie durch eindeutige Graffitis, in denen sowohl rechtsradikale, als auch gewaltverherrlichende Symbolik stecken auf. Auch sind die Hooligans, auch unter dem Namen „Ackerjungs“ bekannt, („Ackerjungs“; Begriff aus den „Inneren Reihen“ der Hools; steht für Teilnahme an „Ackermatches“) sehr gewaltbereit. Nicht selten fallen sie durch Gewaltdelikte an anders denkenden Menschen oder gegnerischen Fans auf. Auch Sachbeschädigungen gibt es häufig, bei denen es dem Anschein nach egal ist ob Menschen verletzt werden könnten oder nicht. Zu dem nimmt die Präsenz der rechtsradikalen Hooligans in der Paderborner Innenstadt immer mehr zu. So haben sie 2013 und 2014 erfolglos versucht, die „No Love For Haters“- Demonstration gegen Paderborner Nazistrukturen zu stören.

Es sind also mehrere nationalistische Gruppen und Einrichtungen in Paderborn bekannt, deren Spanne durch „Web-Präsenz bis Hooligans“ schwer zu erfassen ist. Trotz des gemeinsamen Nenners von Nationalismus und Rassismus gibt es verschiedene Positionen und Selbstdarstellungen; zum Beispiel wird teilweise versucht, dem Vorwurf von Rassismus und insbesondere Antisemitismus zuvorzukommen. Dass es seit Jahrzehnten eine – wenn auch schleichend – wachsende Zustimmung zu deren Ansichten gibt und die Anzahl der Gruppen, wie auch ihrer Mitglieder, allmählich wächst, deutet auf den Erfolg dieser Strategie hin. Es ist auch kaum auszuschließen, dass es noch den Autor*innen dieses Textes unbekannte oder unerkannte Gruppen gibt. Und schließlich sind noch die weithin bekannten Versuche von rechtsradikalen Einzelpersonen zu nennen, sich in Subkulturen zu integrieren, um dort ihre Weltanschauung zu verbreiten.

Die Hooligangruppe war auch bei und um Demonstrationen der AfD herum aktiv.

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