Veranstaltungsreihe: Antiziganistischer Alltag in Deutschland

10.02. Antiziganismus – Eine Einführung

Zunächst soll im Einführungsvortrag der Antiziganismusreihe die Geschichte des Antiziganismus skizziert werden und vor diesem Hintergrund eingeordnet werden. Die verschiedenen Formen, in denen sich Antiziganismus ausdrücken kann, sollen aufgezeigt und kritisiert werden. Nicht zuletzt werden verschiedene Arten der Betrachtung von Antiziganismus vor allem im Zusammenhang mit Kapitalismus vorgestellt werden, die auch als Basis für eine Praxis gegen Antiziganismus und andere Unterdrückungsverhältnisse dienen können.

14.02. Roma – Bürger zweiter Klasse?

„Das schlechte Image von Roma ist dominant in ganz Europa und existiert seit Jahrhunderten. Warum begegnet die Mehrheitsbevölkerung gerade dieser Minderheit mit so viel Hass und Misstrauen? Die Filmemacher gehen in ganz Europa der Frage nach, weshalb sich Klischees und Vorurteile gegen Roma bis heute hartnäckig halten. Politische Fehlentscheidungen, Populismus und Fremdenhass – die Geschichte der Roma steht symptomatisch für ein Problem, das ganz Europa betrifft.“

22.02. Markus End – „Antiziganismus und der Diskurs um Armutsmigration

„Armutszuwanderung“? Anmerkungen zu einer antiziganistischen Hetzkampagne


In den letzten Jahren wurde in der deutschen Öffentlichkeit eine
Debatte über die Folgen einer sogenannten „Armutszuwanderung“
ausgefochten, die zahlreiche antiziganistische Elemente aufweist. Wütende „Anwohner“ berichten über „Müll“, „Lärm“ und „Kriminalität“, der Städtetag, Polizeidienststellen und Migrationsbeauftragte warnten vor der „Gefährdung des sozialen Friedens“. Im Vortrag soll diese Entwicklung und insbesondere die mediale Berichterstattung genauer untersucht und kritisiert werden. Anhand verschiedener Beispiele wird die Konstruktion des Narrativs „Armutszuwanderung“ nachvollzogen und kritisiert, um zum Schluss auf die politischen Konsequenzen und möglichen Gefahren einzugehen:Gesetzesverschärfungen gegenüber Migrant*innen aus der EU, repressive Kommunalpolitik und eine Zunahme antiziganistischer Übergriffe.

28.02. Fremd im Eigenen Land? – Sinti in Deutschland

„Wir Sinti wollen nicht länger fremd im eigenen Land sein“, sagt Ricardo Laubinger. Seine Heimat ist Hildesheim, wo die Sinti 1407 erstmals urkundlich erwähnt wurden. Die Laubingers sind seit vielen Generationen in dieser Gegend ansässig, „Harz- und Heide-Zigeuner“, wie sie sich früher nannten. Im Sommer gingen sie auf Reisen, um als Händler und Handwerker ihren Lebensunterhalt zu verdienen, auch der 1959 geborene Ricardo ging noch hausieren. Seit der Wende 1989, mit dem Zustrom der Roma aus Südosteuropa, sind sie neuen rassistischen Angriffen ausgesetzt.“

09.03. 13 Uhr Stadtrundgang Antiziganismus in Paderborn

Der Porajmos, der Genozid an den Roma und Sinti durch Nazideutschland, ist eines der größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Die nationalsozialistischen Deutschen ermordeten dabei schätzungsweise mehrere Hunderttausend Menschen. Unzählige mehr wurden Opfer staatlicher Repression und Gewalt im ganzen deutschen Reich. Dieser Genozid und seine Begleiterscheinungen aber auch die lange Geschichte der Bundesrepublik mit dem Antiziganismus haben Spuren hinterlassen und Schicksale geschaffen, derer gedacht werden muss. Bei diesem Stadtrundgang wollen wir mit euch durch Paderborn spazieren und diese Spuren und Geschichten in Paderborn erkunden. Treffpunkt ist der bdp Infoladen.

14.03. NS-Reparationszahlungen an antiziganistisch Verfolgte

Beschreibung folgt.

22.03. Diskussion: „Antiziganismus und die gesellschaftliche Linke“ + Soli-Tresen für „Terno Drom“

Die letzten Jahre haben angemessenerweise viele Diskussionen über Rassismus und Antisemitismus in der Linken gesehen. Inwieweit in der Linken aber Antiziganismus reproduziert wird, ist nur selten Thema. Dabei gibt es auch hier viel zu tun. Zwischen Bauwagenromantik und Hass auf Arme, wie steht es um Antiziganismus in der Linken? Das wollen wir mit euch diskutieren! Um dem Ganzen auch etwas Praktisches zu geben, gibt’s anschließend einen Soli-Tresen für Terno Drom (ternodrom.de), einer Jugendorganisation für Roma in NRW. Also kommt vorbei, diskutiert mit und betrinkt euch mit uns für die Solidariät.

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