Auftritt von „187 Strassenbande“ abgesagt

*bei dem Zitat handelt es sich um Textausschnitte der ursprünglichen Headlinerband des AStA-Sommerfestivals. Darunter ist zu lesen „presented by Paderborner Bildungselite“

Das AStA Sommerfestival der Uni Paderborn sollte ursprünglich mit der „187 Strassenbande“ als Headliner stattfinden. Daraufhin gab es eine Welle von Protestaktionen, die sich gegen die Band und ihre sexistischen, homo-, trans- und queerfeindlichen und darüberhinausgehenden diskriminierenden Texte richteten.
Dabei startete das Musikwissenschaftliche Seminar der Universität Paderborn und die Hochschule für Musik Detmold die Petition „Sexismus ist keine Meinung – Sexismus ist keine Kunst„.
Außerdem wurden im Vorfeld Plakate in der Stadt und auf dem Uni Gelände verbreitet, die unsere Kritik an den Acts zeigten.
Infolgedessen entschied sich der AStA dazu, die Rapper wieder auszuladen.
Wir halten diesen Schritt für das Ergebnis eines erfolgreichen und symbolhaften Protests gegen Sexismus, Homo-, Queer- und Transphobie und Diskriminierungsformen jeglicher Art, die sich mit der Ausrede der künstlerischen Freiheit in der Gesellschaft verbreiten und so normalisiert werden.
Für uns zeigt sich durch die Absage der Band nicht die Spießigkeit Paderborns, im Gegenteil: dass solche Bands überhaupt erst eingeladen und von allen gefeiert werden zeigt, was den Leuten hier gefällt. Frauen, Schwule und Menschen, die nicht den Normen entsprechen, abzuwerten und auszugrenzen entspricht sehr genau der konservativen und spießbürgerlichen Art.
Darum solidarisieren wir uns mit allen, die dagegen aufgestanden sind, die sich gegen diesen Scheiß ausgesprochen haben und sich für eine offene und fortschrittliche Gesellschaft einsetzen!
Uns ist ebenso klar, dass mit dem Absagen der Band „nur“ ein Teilerfolg einzuräumen ist, darum betonen wir an dieser Stelle, dass wir eine gesamtgesellschaftliche Veränderung anstreben und uns noch lange nicht zufrieden geben.

Für den Feminismus und die befreite Gesellschaft!

Für alle Interessierten, hier nochmal unser Statement zum nachlesen:

„Gegen den Auftritt der ‚187 Straßenbande‘ und ‚MC Bomber & Karate Andi‘ auf dem AStA-Festival, gegen relativierten Sexismus und Gewaltverherrlichung und für Verantwortung in einer politischen Studierendenvertretung und in der Student*innenschaft allgemein!

Spätestens nach dem längst überfälligen Statement des AStAs und der falsch ausgerichteten Podiumsdiskussion ist klar, dass der AStA sich seiner Verantwortung entziehen will. Eine sich links positionierende Studierendenvertretung sollte Gewaltverherrlichung und Sexismus weder tolerieren, noch versuchen, diese zu legitimieren. Mit der Diskussion um künstlerische Freiheit passiert genau das. Es wurde sich weder von der Band distanziert, noch wurden Konsequenzen getragen! Einer solchen Musik überhaupt Zugang zu unserer Universität zu verschaffen und dieses dann mit dem Popcharakter und dem Kommerz zu rechtfertigen, ist im Angesicht einer hochschulpolitischen Institution unverantwortlich. Schon in den letzten Jahren ist die verschwindend geringe Anzahl von Frauen auf den Bühnen aufgefallen und auch der zu verachtende Inhalt der gespielten Musik nahm zu. Dieses wird nicht weiter toleriert werden! Sexismus, Gewaltverherrlichung und die Ausgrenzung von bestimmten Gruppen ist zu bekämpfen und nicht hinzunehmen! Wir müssen das nicht runterschlucken!

Wir stehen gegen die Verantwortungsabgabe des AStAs, welcher durch fadenscheinige Argumentationen und die Themenverlagerung bei der Podiumsdiskussion versucht, sich möglichst geschmeidig aus der Affäre zu ziehen.
Wir fordern eine offizielle und allumfassende Distanzierung von dieser Art von Musik und von der Band und die Aufnahme von politischer Verantwortung.

Geminsam gegen Frauenverachtung, Faschismus, Gewaltverherrlichung, Rassismus, sexualisierte Gewalt und gegen Homo-, Queer- und Transfeindlichkeit kämpfen!
Erhebt eure Stimme, boykottiert das Festival und zeigt, dass es für dies alles an dieser Uni keinen Raum geben wird!“

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